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St. Gilgen und Familie Mozart

Im ehemaligen Bezirksgericht zu St. Gilgen, Ischler Straße 15, wurde Mozarts Mutter Anna Maria Walburga Pertl am 25. Dezember 1720 geboren. Ihr Vater, Wolfgang Nikolaus Pertl wird am 6. Dezember 1667 in Salzburg geboren...

1686 bezieht der junge Pertl das Gymnasium von St. Peter in Salzburg, lässt sich hier für das Universitätsstudium vorbereiten. Blättert man in Besetzungslisten von Salzburger Theateraufführung der Zeit durch, so begegnet uns Pertl immer wieder als Sänger (Chorist und Solist) in Aufführungen des Salzburger Benediktinischen Theaters.

Als Pertl die Salzburger Universität als Jurist verlässt, hat er nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern ist auch mit der großen Salzburger Musiktradition vertraut gemacht worden. Er erlebt in der Salzachstadt einen auf Repräsentation bedachte Hofhaltung unter Fürsterzbischof Johann Ernst von Thun, er kommt mit einer Elite von Künstlern zusammen, die Musik und darstellender Kunst verpflichtet ist. Salzburg, das bedeutet in Pertls Studienzeit auch Oper, festliche Serenata, Ordensdrama benediktinischer Prägung, szenische Kantate mit Allegorie.

Als Jurist macht Pertl bald Karriere. Nach „Lehrjahren“ in Wien und Graz heiratet er die Witwe Eva Rosina Barbara Puxbaum. 1714 wird Pertl in das damals zu Salzburg gehörige St. Andrä im Lavantal als Pflegeamtsmitverwalter bestellt, wo ihm Verwaltung und Gerichtsbarkeit obliegen. Ende 1715 finden wir den Juristen als Landgerichtsbeschreiber in Maria Saal beschäftigt.

Pertl legt am 21. Juni 1716 seinen Amtseid als Pfleger vor einem Ausschuß der Gerichtsgemeinde Hüttenstein/St. Gilgen ab. Neben der Rechtssprechung in Strafsachen hat er als Pfleger auch alle Verwaltungsaufgaben wahrzunehmen.

Zur Ehre gereicht Pertl, dass unter seinen Ägide das Pfleghaus, das ehemalige Bezirksgericht, in St. Gilgen von Grund auf neu gebaut wird, nachdem es bereits 1708 als baufällig erklärt worden war. 1719/20 wird das am See gelegene Haus nach Plänen des Hofzimmermeisters Georg Huber erbaut – die Pertls wohnen von März 1719 bis Mai 1720 im heutigen Gasthof Kendler.

Das große Marmorwappen oberhalb des Einganges wird von dem Salzburger Bildhauer Wolfgang Weißkirchner gefertigt.

Anna Maria Walpurga Pertl, die am ersten Weihnachtstag 1720 im Pflegegerichtsgebäude in St. Gilgen das Licht der Welt erblickt, dort am gleichen Tag in der nahe gelegenen Pfarrkirche St. Aegidius getauft wird, sind nur vier Jahre in ihrem Geburtsort bescheiden. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahre 1724 zieht sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Maria Rosina Erentrudis (geb. am 24. August 1719) nach Salzburg.

Am 21. November 1747 heiratet Anna Maria Pertl den aus Augsburg stammenden Violinisten und Kapellmeister Leopold Mozart (1719 – 1787). Mozarts Mutter kennzeichnet vor allem Pflichterfüllung, Güte und taktvolle Zurückhaltung. Von den sieben Kindern, die sie ihrem Mann schenkt, überleben nur zwei: Maria Anna Walburga Ignatia, geborgen am 31./31. Juli 1751, „das Nannerl“, und Wolfgang Amadeus, geboren am 27. Jänner 1756.

Beide sind Wunderkinder. Die Reisen, die Mozarts Mutter nach Wien, Westeuropa, abermals nach Wien und schließlich nach Mannheim und führen, haben die St. Gilgnerin an die glanzvollen Höfe Europas gebracht. Sie konnten sich darüber freuen, dass ihre Kinder überall bestaunt wurden, dass der Name Mozart in der musikalischen Welt etwas bedeutete.

Als Mozarts Mutter am 3. Juli 1778 in Paris für immer die Augen schließt, ist eine Frau hingegangen, die ihr Leben für die Kunst geopfert hat, die offen, geradlinig, mildtätig mit jedermann war: „deine liebe seel: Mutter war von Kindheit an bekannt und aller Orten geliebt, denn sie war mit allen freundlich und beleidigte keinen Menschen“, schreibt Leopold am 20. Juli 1778 Wolfgang nach Paris.

Genau betrachtet hat Nannerl Mozart immer im Schatten ihres Bruders gestanden, um ihres Bruders willen hat sie auf einer künstlerischen Laufbahn verzichtet. Nannerl, eine hochbegabte Pianistin, ist dem jungen Wolfgang stets Ansporn, ihren glücklichsten und glanzvollsten Lebensabschnitt erfährt sie auf den Reisen mit ihrem Bruder. Die „allerliebste Schwester“, die „carissima sorella“, die „Schwester-Canaiglie mit dem wunderbaren Pferdegesicht“, dem Wolfgang „hundert Busserl und Schmazerl“ geben will, ist die Vertraute Wolfgangs. Wolfgang legt auf ihr Urteil Wert und ihre Kompositionen finden das Lob des Bruders.

Zufall oder Schicksal der Geschichte: Am 23. August 1784 heiratet Nannerl einen Amtsnachfolger ihres Großvaters, den Reichsfreiherrn Johann Baptist Berchtold zu Sonnenburg, der am 22. Oktober 1736 in Salzburg geboren war.

Sonnenburg geht mit Nannerl seine dritte Ehe ein, fünf Kinder muss sie aus seinen früheren Ehen übernehmen, drei gebiert sie ihrem Gatten von 1785 bis 1790.

Als Berchtold am 26. Februar 1801 in St. Gilgen stirbt, verlässt Nannerl am 28. Oktober 1801 den Ort und zieht nach Salzburg in das Barisanische Haus in der Sigmund-Haffner-Gasse 12. Im Jahre 1825 erblindet sie, nach ihrem Tod am 29. Oktober 1829 wird sie in einer Kommunegruft in St. Peter bestattet.

An der Straßenseite der Gedenkstätte befindet sich ein Doppelrelief von Bildhauer Jakob Gruber, 1906 enthüllt, das die Mutter Mozarts mit Tochter Nannerl darstellt.

Vor der Mozartgedenkstätte lädt ein kleiner Garten mit einem kunstvollen Brunnen zum Verweilen ein. Der Brunnen von Toni Schneider Manzell zeigt die Mutter Mozarts als kleines Mädchen, spielend im Garten mit Blick auf ihr Geburtshaus und ihren geliebten See.

Der Mozartbrunnen auf dem Mozartplatz in St. Gilgen aus dem Jahre 1927 ist ein Werk des Wiener Jugendstil-Bildhauers Prof. Karl Wollek. Er zeigt den jungen Geige spielenden Mozart umrahmt von Wasser speienden Vögeln. (Er spielt ein Stück seines Vaters in welchem Vogelstimmen vorkommen).

In der Kirche von St. Gilgen wurden W. A. Mozarts

  • Großeltern am 22.11.1712 getraut
  • Mutter am 25.12.1720 getauft
  • Großvater am 09.03.1724 begraben
  • Schwester am 23.08.1784 getraut
  • Schwager am 02.03.1801 begraben